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Ein "eingefleischter Auto-Junkie“ leitet das Industriedesign für die Gruppe Magna Exteriors

Q&A mit Larry Erickson, Global Director für Industriedesign

Zu dem Portfolio des bekannten Autodesigners Larry Erickson zählen Kultfahrzeuge wie der Seville 1992, der Ford Mustang und der Cadzzilla 2005, ein individuell gestylter Cadillac 1948 für Billy Gibbons von ZZ Top. Erickson, der den Namen „Designer für alle Jahreszeiten“ erhalten hat, wurde im Juni Global Director für Industriedesign bei Magna Exteriors, wo seine Aufgabe die Unterstützung des Unternehmens bei der Entwicklung des Autos der Zukunft ist.

Außerordentlich hoch geschätzt für seine Arbeiten an Serienfahrzeugen, nach Kundenwünschen gestalteten Fahrzeugen und Hot Rods, beschreibt sich Erickson selbst als „eingefleischter Auto-Junkie“.

Nach dem Erwerb eines Bachelor of Science in Industriedesign am Art Center College of Design in Pasadena, Kalifornien, startete Erickson 1983 seine Karriere als Designer bei General Motors Design in deren Advanced Aero Studio in Warren. Seine Laufbahn bei GM umfasste die Tätigkeit als Fahrzeug-Chefdesigner im Chevrolet Studio mit Arbeiten an den Kleinwagenprogrammen und Aufgaben als Senior Exterior Designer für Cadillac Studio.

Als Leiter des Transportation Design am Detroit College for Creative Studies half Erickson, die nächste Generation von Designern zu inspirieren und zu unterrichten. In seiner privaten Garage stehen ein Ford Pick-up F-150 2015, ein Mercedes-Benz 500 E mit 238.000 Meilen (ca. 383.000 km) auf dem Tacho, und es gibt „genügend Werkzeug und Teile, um noch ein Auto zu bauen“.

Welches Ziel verfolgen Sie bei Magna?

Im Großen und Ganzen helfe ich den Menschen, mit denen ich arbeite, eine Vorstellung davon zu gewinnen, welches Außendesign sich potenziell entwickeln kann. Innovationen bei einer derart komplexen Sache wie einem Auto müssen gerade bei den derzeit stattfindenden gesellschaftlichen Veränderungen sorgfältig abgewogen werden. Gefragt ist Empathie für den Benutzer, Vorstellungskraft zur Vorwegnahme künftiger Herausforderungen und das Wissen, dies alles in etwas Produktives zu verwandeln.

Sie haben also eine Vision vom Auto der Zukunft?

Ja, und konkret davon, welche Teile es sind, die die Bedürfnisse der Kunden erfüllen werden. Zum Beispiel werden in Zukunft wahrscheinlich mehr Menschen in ein Fahrzeug einsteigen, das ihnen gar nicht gehört, und sich damit in einer neuen Situation befinden. Zurzeit setzen sich die Leute in ihr eigenes Auto in der Auffahrt oder in ihrer Garage. Wenn wir vorwärts blicken, wird dieser Austausch wegen Car-Sharing, Teileigentum oder neuen Beförderungsdiensten in einer Reihe von Situationen völlig neu sein. Sie werden neue Informationen über das Fahrzeug brauchen. Sie wollen sich sicher fühlen. Die Fahrzeugbeleuchtung wird anders sein müssen. Die Art, herauszufinden, wie Sie in das Fahrzeug gelangen, wird sich unterscheiden. Heute haben die meisten Griffe auf der Fahrzeugaußenseite die Form einer Türklinke aus dem Jahr 1970. Mit der neuen Technologie verändert sich diese Form bereits. In Zukunft könnte der Türgriff eine Funktion besitzen, mit der er sozusagen „bestätigt“, dass er nur für den vorgesehenen Benutzer existiert. Gebraucht wird eine Art grafischer Kennzeichnung, oder eine Leuchte oder Ihr Smartphone könnte Ihnen sagen, auf welcher Seite Sie auf das Auto zugehen sollen.

Designen Sie ein Fahrzeug für Magna?

Nein. Wir konzentrieren uns auf die Teile, die von der Gruppe Exteriors angefertigt werden. Das ist natürlich ein Großteil der Außengestaltung eines Fahrzeugs, und künftig könnte es sogar noch mehr werden. Wir können uns verschiedene Außeneigenschaften und einzigartige Außenpaneele vorstellen oder Konzepte entwickeln, welche neuen Funktionen diese Bereiche des Fahrzeugs für den Benutzer übernehmen können.

Wir arbeiten derzeit an digitalen Fahrzeugdarstellungen. Sie brauchen etwas, um Ihrem Kunden ein Bauteil im Zusammenhang zeigen zu können. Die Fahrzeuge sind nicht markenspezifisch, sondern spezifisch für ein Marktsegment, wie zum Beispiel SUV, Pickup oder Limousine. Die Kunden können die Funktionsweise einer Heckklappe oder eines Stoßfängers leichter verstehen, wenn sie das effektiv an oder in einem Fahrzeug sehen. Dieser Kontext wird umso schwieriger, je weiter man sich entfernt, beispielsweise, wenn man beginnt, ein selbstfahrendes Auto zu entwickeln.

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"Die Marke Magna steht für Innovation, dynamische Excellence und herausragende Führerschaft."

Larry Erickson, Global Director für Industriedesign

Sie haben gesagt „erfolgreiches Design heißt, dass man die Bedeutung der Marke versteht“. Wie würden Sie die Marke Magna beschreiben?

Die Marke Magna steht für Innovation, dynamische Excellence und herausragende Führerschaft.

Die Menschen bei Magna verstehen, wie Werkstoffe arbeiten, und wie man mit ihnen in der Fertigung umgeht. In der Perfektionierung der Fertigungsschritte haben wir großartige Erfolge. Wenn man in Meetings sitzt, erkennt man die Offenheit, mit der wir über ein Problem sprechen. Wir arbeiten zusammen. Es verschafft uns den Vorteil, Herausforderungen annehmen zu können. Es ist ein Streben nach einem Gefühl der Excellence in allem, was wir tun.

Sie drängen Ihre Studenten, unkonventionellen Ideen zu folgen. Wie würden Sie sich selbst beschreiben?

Ich habe mich dem Gedanken verschrieben, was ein Auto tun könnte, egal ob es darum geht, dass es für Menschen und Güter leicht zugänglich sein soll, sich effizient durch die Luft bewegen oder einfach fantastisch gut aussehen soll. Es hilft, eine emotionale Verbindung zu dem aufzubauen, was man macht. Wenn Sie wie ich der Typ von Mensch sind, der gern selbst mit den Händen zupackt, interessieren Sie stets die Bausteine, die das Ganze bilden. Sie können tatsächlich einen Teil Ihres Urlaubs damit verbringen, in das Bugatti-Museum zu gehen und Blaupausen anzusehen.

Welche Designs außer Autos inspirieren Sie?

Sehr viele Dinge: Motorräder, Flugzeuge und sogar Lokomotiven. Ich bin von Isambard Kingdom Brunel inspiriert. Er war ein britischer Ingenieur des 19. Jahrhunderts, der Dampfschiffe, Tunnels und Eisenbahnen konstruierte. Zu einer Zeit, in der Fertigungsmaterialien einmalige Chancen boten, hat er den Mut zu Dingen gehabt, die nach Meinung der Menschen nicht möglich gewesen wären.

Fahren Sie in Ihrer Freizeit immer noch gerne einen Hot Rod?

Ja, zurzeit arbeite ich an dem Ford A Modell für das Bonneville-Speedway-Gelände. Die Betonung liegt auf „Arbeiten“, Freude am Bauen haben und sich Zeit nehmen, alles absolut richtig zu machen. Am schwersten ist es, die Zeit dafür zu finden. Man will es nicht anderen überlassen, weil das einfach nicht der Sinn und Zweck ist.

Worin unterscheidet sich Engineering von Design?

Zu Engineering gehört auch Design, aber beim Engineering liegt der Schwerpunkt mehr auf den Eigenschaften und Funktionen des Materials und der Teile, welche die Funktion ausmachen. Im Gesamtablauf beginnt Design dort, wo man den Teil im Ablauf beschreibt, an dem all diese Teile zu etwas zusammengefügt werden, das einer Funktion dient. Ein guter Automobildesigner denkt immer an das gesamte Fahrzeug, die Aerodynamik, an menschliche Faktoren, Benutzereigenschaften, funktionelle Leistung, das Aussehen und sogar an die Persönlichkeit des fertigen Produktes.

Welche Art von Schuhen tragen Sie? Autodesigner haben immer die coolsten Schuhe.

Nur einfache schwarze Schuhe. Als eingefleischter Auto-Junkie gebe ich mein Geld lieber für Autos und Werkzeuge aus.

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