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JENSEITS VON ONE-SIZE-FITS-ALL: EIN SKALIERBARER ANSATZ FÜR RANGE EXTENDER

Die Elektrifizierung verläuft nicht mehr linear. In den wichtigsten Märkten stehen OEMs vor einem Spannungsfeld aus regulatorischem Druck, uneinheitlicher Ladeinfrastruktur und sich wandelnden Kundenerwartungen – Faktoren, die sich jeweils mit unterschiedlicher Geschwindigkeit entwickeln.

Diese Realität verändert grundlegend, wie Antriebsstrategien heute definiert werden. Statt sich frühzeitig auf einen einzigen Technologieweg festzulegen, suchen OEMs zunehmend nach Lösungen, die sich flexibel an unterschiedliche Regionen, Fahrzeugsegmente und Anwendungsfälle anpassen lassen.

Genau deshalb rücken Range Extender wieder stärker in den Fokus.

Nicht als Rückschritt von der vollelektrischen Mobilität, sondern als flexibler Ansatz, um elektrische Fahreigenschaften bereitzustellen und zugleich reale Einschränkungen bei Reichweite, Infrastruktur und Kosten zu adressieren.

DHD REX range-extender hybrid drive

Warum Range Extender erneut an Dynamik gewinnen

Die Treiber dieser Entwicklung unterscheiden sich je nach Region – die zugrunde liegende Herausforderung ist jedoch überall dieselbe: Die Elektrifizierung schreitet voran, aber nicht gleichmäßig.

In China haben sich Range-Extended Electric Vehicles (REEVs) zu einer schnell wachsenden Fahrzeug-kategorie entwickelt, geprägt durch regulatorische Rahmenbedingungen, die elektrifizierte Architekturen ohne direkte mechanische Kopplung an den Verbrennungsmotor begünstigen.

In Nordamerika wird das steigende Interesse weniger durch Regulierung als vielmehr durch Kunden-erwartungen getrieben – insbesondere durch den Wunsch nach EV-typischem Fahrverhalten ohne die Einschränkungen einer noch lückenhaften Ladeinfrastruktur, vor allem in ländlichen Regionen und bei Langstreckenanwendungen.

In Europa wiederum wird im Zuge sich wandelnder Emissionsvorgaben die Diskussion um hybride Architekturen als Teil eines flexibleren Übergangs neu geführt.

Die Schlussfolgerung ist eindeutig: OEMs optimieren ihre Antriebsstrategien nicht mehr auf einen einzigen Endzustand. Stattdessen entwickeln sie Portfolios, die regionale Anforderungen und reale Nutzungsszenarien berücksichtigen – und dafür sind anpassungsfähigere Antriebslösungen erforderlich.

Ein Portfolioansatz für Range-Extender-Lösungen

Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, reicht eine einzelne Architektur nicht aus.

Bei Magna hat dies zu einem Portfolioansatz auf Basis skalierbarer Dedicated Hybrid Drive (DHD)-Systemen geführt, die – je nach Fahrzeug, Markt und Anwendung – sowohl Einzel- als auch Doppelmotor-Konfigurationen unterstützen.

Innerhalb dieses Portfolios definieren zwei Lösungen die Range-Extender-Strategie von Magna:

  • DHD REX, eine kompakte Einmotor-Architektur, optimiert auf Kosteneffizienz, einfache Integration und Anwendungen, bei denen serielle Betriebsarten und ein elektrisches Fahrerlebnis im Vordergrund stehen.
  • DHD Duo, ein Zweimotorsystem mit deutlich höherer Flexibilität, das serielle sowie seriell‑parallele Betriebsarten ermöglicht und ein breiteres Spektrum an Leistungs- und Anwendungsszenarien – einschließlich PHEV-Architekturen – abdeckt.

Gemeinsam ermöglichen diese Systeme OEMs, ihre Antriebsstrategie an reale Rahmenbedingungen anzupassen – sei es zur Erfüllung strenger regulatorischer Definitionen, zur Umsetzung BEV‑abgeleiteter Architekturen oder zur Balance von Effizienz, Leistungsfähigkeit und Kosten in globalen Märkten.

DHD REX: Ein vereinfachter Ansatz zur Reichweitenverlängerung

Innerhalb des Portfolios steht der DHD REX für einen besonders schlanken Ansatz zur Reichweiten-verlängerung, ausgelegt auf Anwendungen, bei denen Kosteneffizienz, Packaging und regulatorische Anforderungen im Vordergrund stehen.

Als Einmotorsystem wechselt er zwischen Vortrieb und Energieerzeugung. Im eDrive‑Modus unterstützt der Motor Traktion und Fahrdynamik, im Generatorbetrieb lädt er die Batterie, während der primäre eDrive weiterhin den Vortrieb übernimmt.

Diese „Entweder‑oder“-Architektur vereinfacht das Gesamtsystem und bewahrt gleichzeitig den zentralen Vorteil von Range Extendern: elektrische Fahreigenschaften wie sanfte Beschleunigung, leiser Betrieb und unmittelbare Drehmomentverfügbarkeit – ohne vollständige Abhängigkeit von der Ladeinfrastruktur.

Für OEMs bedeutet diese Vereinfachung:

  • weniger Komponenten und geringere Systemkomplexität
  • höhere Flexibilität bei der Integration in unterschiedliche Fahrzeugplattformen
  • ein kosteneffizienter Einstieg in die Elektrifizierung

Das System ist sowohl für den Quer‑ als auch für den Längseinbau konfigurierbar und eignet sich besonders für Anwendungen, die strenge REEV‑Vorgaben (etwa in China) erfüllen müssen, während es in weniger regulierten Märkten auch einen parallelen Betrieb unterstützt.

DHD DUO: Skalierung von Flexibilität und Leistungsfähigkeit

Wenn höhere Flexibilität, Performance oder ein breiteres Anwendungsspektrum gefragt sind, erweitert der DHD Duo diesen Ansatz durch eine Zweimotor-Architektur.

Während ein Motor für den Vortrieb verantwortlich ist und der andere die Energieerzeugung übernimmt, kann das System im rein seriellen Betrieb ohne Umschaltvorgänge arbeiten. Durch die Ergänzung eines 1‑ bis 4‑Gang‑Getriebes wird zudem ein seriell‑paralleler Aufbau möglich, der den Wechsel zwischen seriellem und parallelem Betrieb erlaubt.

Dadurch eignet sich das System für ein breiteres Einsatzspektrum, unter anderem in:

  • Fahrzeugen mit höheren Geschwindigkeitsanforderungen
  • Anwendungen mit erhöhten Traktions- oder Anhängelasten
  • Nutzungsszenarien, in denen paralleler Betrieb Effizienzvorteile bietet

Dank konfigurierbarer Übersetzungen für den Parallelbetrieb lässt sich das System je nach Fahrzeug-programm gezielt auf Effizienz, Performance oder Funktionalität auslegen.

Die passende Architektur für die jeweilige Anwendung

Die Entscheidung zwischen Ein‑ und Zweimotor‑Range‑Extender‑Architekturen ist letztlich eine Frage der Anwendung.

Für urbane Fahrzeuge oder Märkte mit strengen regulatorischen Rahmenbedingungen bietet ein vereinfachtes System wie der DHD REX einen kosteneffizienten Lösungsweg.

Für größere Fahrzeuge, leichte Nutzfahrzeuge oder Anwendungen mit dauerhaftem Allradantrieb oder Anhängerbetrieb ist ein flexibleres System wie der DHD Duo häufig besser geeignet.

Mit der Ausweitung der Elektrifizierung über gesamte Fahrzeugportfolios hinweg gewinnt die Fähigkeit, Architektur und Anwendung passgenau zu kombinieren, zunehmend an Bedeutung.

Ein flexibler Weg nach vorn

Die Elektrifizierung schreitet voran – aber nicht synchron.

Da sich regionale Anforderungen, Infrastrukturen und Kundenerwartungen weiter auseinanderentwickeln, benötigen OEMs Lösungen, die skalierbar sind, ohne unnötige Komplexität oder zusätzliche Kosten zu verursachen.

Das DHD‑Portfolio von Magna trägt dieser Realität Rechnung und ermöglicht flexible Range‑Extender‑Strategien über Segmente, Märkte und Zeithorizonte hinweg.

Für einen tiefergehenden Einblick in Systemarchitekturen, Betriebsmodi und Anwendungsszenarien besuchen Sie Magnas Range-Extender-Lösungen oder laden Sie das Technical Paper herunter.

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Martin Bahne

Über den Autor: Martin Bahne hat Mechanical Engineering (Design Engineering) an der RWTH Aachen studiert und verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung in den Bereichen Getriebesystemen und Antriebstechnik mit. Bei Magna ist er als Senior Director of Engineering für Europa innerhalb der Powertrain-Gruppe tätig und verantwortet die Systementwicklung sowie Produktentwicklungsaktivitäten für fortschrittliche hybride und elektrifizierte Antriebslösungen.

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