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Wie Fahrzeug-Fertigungspartner Sie dabei unterstützen, konkurrenzfähig zu bleiben

Vor fünf Jahren hätten die meisten Fahrzeughersteller zugestimmt, dass sich ein langsamer Wandel in Richtung Elektrifizierung vollzieht. Nach zwei Jahren Krise hat sich herausgestellt, dass der Wandel durchaus erfolgt ist – allerdings wesentlich schneller, als die meisten es erwartet hatten. Die „Eiszeit“ ist vorbei und Fahrzeughersteller befinden sich jetzt in einer sich schnell verändernden Industrie mit starker Konkurrenz. Die Planung der Fahrzeugproduktion ist aufgrund dieser Umstände schwierig geworden.

Um sich in dieser dynamischen, hart umkämpften und oft unbeständigen Umgebung behaupten zu können, müssen Fahrzeughersteller ihre Strategien überdenken und ihre Produktion anpassen. Die Produktion an einen Fahrzeug-Fertigungspartner auszulagern, kann inmitten dieses Wandels hilfreich sein – das zu tun, erfordert aber ein hohes Maß an Vertrauen zwischen den zwei Parteien. Nur wenn der Fahrzeug-Fertigungspartner das notwendige Maß an Qualität, Kosteneffizienz und Pünktlichkeit bieten kann, zahlt sich die Partnerschaft aus.

Was Sie erwartet

Natürlich gibt es viele weitere Faktoren, die die Entscheidung für das Outsourcing an einen Fahrzeug-Fertigungspartner beeinflussen. Schlussendlich sollte die Entscheidung aber einen bedeutenden Nutzen für den OEM haben und nicht nur eine schnelle Lösung für einen unvorhergesehenen Wechsel der Produktionspläne darstellen.

Dieser Artikel wird jene Fakten und Faktoren aufzeigen, auf die Fahrzeughersteller achten sollten, wenn sie einen Fahrzeug-Fertigungspartner für ihr Projekt suchen. Der Artikel wird die folgenden Themen behandeln:

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IN WELCHEN SITUATIONEN IST DAS OUTSOURCING EINES PROJEKTES ZU EINEM FAHRZEUG-FERTIGUNGSPARTNER SINNVOLL?

In einer perfekten Welt müssten Fahrzeughersteller überhaupt keine Projekte an Fahrzeug-Fertigungspartner outsourcen. Doch die Automobilindustrie wird weltweit von vielen wirtschaftlichen, technologischen und sozialen Faktoren beeinflusst. Deshalb müssen Fahrzeughersteller unter Umständen schnell auf unvorhersehbare Änderungen reagieren.

Die aktuelle Situation in der Automobilindustrie verlangt neue Ansätze

Der Automobilmarkt von heute ist anders, als die Prognosen vor fünf Jahren es vorhergesagt haben – und ebenso haben sich die Ansprüche an Automobilhersteller geändert. Die Produktion von Elektrofahrzeugen verlangt Anpassungen von Montage-, Anlagen- und Prozessabläufen, durch Hochspannungsbatterien wird der Ruf nach neuen Versorgungslinien nahe der Produktionsstätte laut und oft müssen ganze Anlagen von Grund auf neu geplant werden – und all das, während man auf dem Markt konkurrenzfähig bleibt. Ständige Krisen, Konflikte und Lieferkettenunterbrechungen verschärfen die Situation noch weiter.

Fahrzeug-Fertigungspartner entlasten die Kernprozesse der OEMs

Ein Fahrzeug-Fertigungspartner ist eine Möglichkeit, um schnell zusätzliche Produktionskapazitäten zu bekommen, wenn der aktuelle Bedarf die intern existierenden Kapazitäten überschreitet. Somit ist das Outsourcing besonders praktisch, um Nischenmodelle oder kurzzeitige Überkapazitäten abzuwickeln, die nicht in die Kernproduktion passen.

Fahrzeug-Fertigungspartner können beim Erschließen eines neuen Marktes helfen

Fahrzeug-Fertigungspartner können auch Teil von Expansionsstrategien der Fahrzeughersteller sein. Durch das Outsourcing der Produktion eines Fahrzeuges (sowie der Vorfertigung und der Industrialisierungsphase, wenn der Partner das komplette Leistungsspektrum anbietet) können OEMs ihr Potenzial in neuen Märkten ermitteln und ihre Produktionsleistungen entsprechend der lokalen Nachfrage vergrößern.
Doch diese Strategie erfordert eine globale Präsenz des Fahrzeug-Fertigungspartners. 


WAS SOLLTEN FAHRZEUGHERSTELLER VON EINEM FAHRZEUG-FERTIGUNGSPARTNER ERWARTEN?

Alleine die kurzfristigen Produktionskapazitäten sind schon ein potenzieller Vorteil im Hinblick auf die Sicherheit eines Projektes. Idealerweise ist ein Fahrzeug-Fertigungspartner aber nicht nur eine Notfall-Produktionskapazität, sondern ein wertvoller Partner, von dem die gesamte Produktionsstrategie des OEMs profitiert.

Einen guten Fahrzeug-Fertigungspartner erkennt man an diesen drei Eigenschaften:

Eigenschaft Nr. 1: Gute Fahrzeug-Fertigungspartner denken und handeln wie ein OEM

Fahrzeughersteller sollten von ihren künftigen Partnern erwarten, dass diese für Endkunden/Endkundinnen passende Qualitätsstandards anbieten. Fahrzeug-Fertigungspartner produzieren komplette Fahrzeuge für einen OEM – also genau jene Autos, die später vor den Häusern der Endkunden/Endkundinnen parken. Deshalb müssen sie sich an dieselben Qualitätsstandards halten wie die Fahrzeughersteller selbst, idealerweise sogar an noch höhere. Denn Qualitätseinbußen würden letztlich am meisten der Automarke des OEMs schaden.

Wie ein Partner seine Produkte entwickelt, produziert und testet, wie seine Organisation aufgebaut ist, wie er mit Lieferantenqualitätssicherung in seinem eigenen Netzwerk umgeht, wie er eine nachhaltige Produktion sicherstellt etc. – all diese Faktoren müssen also so bewertet werden, wie auch Fahrzeughersteller sie bewerten.

Eigenschaft Nr. 2: Gute Fahrzeug-Fertigungspartner sind flexibel

Projektentscheidungen und -änderungen müssen oft durch mehrere Managementebenen gehen, bis sie vollständig genehmigt werden und in ein Projekt einfließen können. Das kann ein Projekt verlangsamen – somit wird es schwieriger, auf unerwartete Änderungen zu reagieren. Doch wenn man bedenkt, wie schnell die Weltwirtschaft ihren Kurs ändert, ist es für global vernetzte Fahrzeughersteller essenziell, flexibel zu bleiben.

Da sich das Geschäftsmodell eines Fahrzeug-Fertigungspartners darum dreht, interne Kapazitäten eines Automobilherstellers zu ergänzen, sollte seine Geschäftsstruktur für schnelle Entscheidungen gemacht sein. Er sollte schlanke Prozesse in ein Projekt einbringen, um das Zeitmanagement zu straffen, sowie in flachen Hierarchien arbeiten, um Entscheidungs- und Diskussionszeiten zu verkürzen.

Eigenschaft Nr. 3: Gute Fahrzeug-Fertigungspartner können einzigartige Produktionssynergien für Nischenmodelle schaffen

Fahrzeug-Fertigungspartner haben einen zusätzlichen – und einzigartigen – Vorteil: Multi-OEM-Lösungen. Als neutrale Vermittlungsinstanz zwischen OEMs kann ein Fahrzeug-Fertigungspartner mehrere Fahrzeuge von verschiedenen Automobilherstellern gemeinsam in einer Produktionslinie bündeln. Das reduziert die Produktionskosten erheblich, da sie auf die beteiligten OEMs aufgeteilt werden.

Sehen wir uns ein Beispiel an: In Europa bewegen sich Fahrzeughersteller allmählich von der Produktion von Kleinwagen weg. Stattdessen rücken SUVs nun zunehmend ins Zentrum der Produktionsstrategien. Zum einen sind dafür veränderte Anforderungen der Endkunden/Endkundinnen verantwortlich. Zum anderen erhöhen rechtliche Vorgaben und Erwartungen der Kunden/Kundinnen die Kosten für die Kleinwagenproduktion und infolgedessen auch den Druck auf die Fahrzeughersteller.

Hier bietet sich für Fahrzeughersteller eine praktikable Lösung an: Nämlich die Auslagerung der Kleinwagenauslaufproduktion an einen Fahrzeug-Fertigungspartner. Dadurch werden wertvolle Kapazitäten beim OEM frei, was es diesem ermöglicht, die eigene Produktion zu straffen – und bereits diese freien Kapazitäten können einen entscheidenden Vorteil bieten.

Wenn der Fahrzeughersteller sich darüber hinaus mit anderen OEMs koordiniert und die Kleinwagenproduktion an denselben Partner für die Auftragsfertigung vergibt, kann dieser die verschiedenen Fahrzeuge in einer Multi-OEM-Produktionslinie herstellen. Auf diese Weise werden die Fahrzeuge kosteneffizienter hergestellt, als wenn die einzelnen Fahrzeughersteller die Produktion im eigenen Haus behalten.

Kurzum: Gute Fahrzeug-Fertigungspartner bieten einzigartige Vorteile für OEMs

Die genauen Zeit- und Kosteneinsparungen von Outsourcing sind schwer zu messen, ohne zu sehr ins Detail zu gehen. Doch Fahrzeughersteller können von einem guten Fahrzeug-Fertigungspartner erwarten, nicht nur zusätzliche Kapazitäten anzubieten, sondern seiner Strategie auch treu zu bleiben, wenn unvorhergesehene Herausforderungen auftauchen. Fahrzeug-Fertigungspartner bieten drei zentrale Vorteile:

  1. Sie verschreiben sich ebenso der Qualität wie die Fahrzeughersteller selbst.
  2. Sie sind dank horizontaler Hierarchien und schlanker Prozesse anpassungsfähiger und können schneller agieren.
  3. Sie bieten Multi-OEM-Produktionen, was für alle kosteneffizienter ist.

Jetzt wissen wir, was ein guter Partner anbieten sollte. Beantworten wir nun die Frage, was genau einen Partner „gut” macht.


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WELCHE FAKTOREN BESTIMMEN, OB EIN FAHRZEUG-FERTIGUNGSPARTNER GUT ZU EINEM OEM PASST?

Es gibt fünf Faktoren, die bestimmen, wie gut ein Partner und ein OEM zusammenpassen.

Faktor Nr. 1: Die Geschichte und die Referenzen des Partners

Der erste Faktor, den es zu bestimmen gilt, ist die Reputation des Fahrzeug-Fertigungspartners. Was sagt seine Geschichte über ihn aus? Mit welchen Kunden und an welchen Projekten hat er in der Vergangenheit gearbeitet? Wie zuverlässig und effizient war er bei durchgeführten Projekten? Und schließlich: Hält er seine Versprechen? Gute Partner werden ihre Erfolgsbilanz und gesamten Kompetenzen von sich aus präsentieren.

Bei Magna sind wir stolz auf das, was wir in unserer langen Geschichte erreicht haben: Eine perfekte Bilanz, was die fristgerechte Lieferung jedes einzelnen unserer Projekte betrifft, insgesamt vier Millionen gefertigte Fahrzeuge und 31 produzierte Modelle – sowie unser kürzlich erreichter Rekord von sechs SOPs in 24 Monaten, fünf davon mit mehreren renommierten Preisen ausgezeichnet.

Faktor Nr. 2: Die gesamte Palette der möglichen Leistungen

Für die Qualität eines Fahrzeug-Fertigungspartners ist seine Kompetenz in der Produktion offensichtlich der wichtigste Faktor. Doch der eigentliche Vorteil für den Fahrzeughersteller ergibt sich, wenn der Partner auch über das Wissen und die Kapazitäten verfügt, um die Schritte vor und nach der Produktion selbst abzudecken. Denn ein Partner, der auch Engineering- und Industrialisierungsservices, IT, Logistik sowie Lieferantenqualitätssicherung anbietet, kann den OEM besser unterstützen und vielleicht sogar eine höhere Produktionsqualität anbieten.

Kurz: Ein Partner, der vollständige Automotive-Services anbietet, kann ein komplettes Fahrzeug ohne Qualitätseinbußen liefern – oder sogar Vorschläge für Verbesserungen machen.

Faktor Nr. 3: Erster Eindruck vor Ort

Hat man erst die Geschichte eines Partners evaluiert, ist es Zeit, sich mit der Gegenwart zu beschäftigen. Ein guter Partner wird sofort eine offene und persönliche Geschäftsbeziehung führen wollen und so sicherstellen, dass beide Seiten auf Augenhöhe kooperieren.

Dasselbe gilt für die Produktionsstätte. Gute Partner werden nicht davor zurückschrecken, ihre Kapazitäten zu zeigen und können spezifische Fragen zum späteren Produktionsprozess mit Leichtigkeit beantworten.

Außerdem sollte der Partner während des gesamten Projektes ein konstantes Team bieten. Rasche Personalwechsel verringern das Vertrauen zwischen den Partnern und verringern die Betriebsgeschwindigkeit.

Faktor Nr. 4: Die Expansionspläne des OEM passen mit der Strategie des Partners zusammen

In Anbetracht der hohen Risiken, die mit dem Eintritt in einen völlig neuen Markt verbunden sind, ist die Wahl eines Partners für die Auftragsfertigung, der die Kosten und einen Teil des Risikos trägt, eine sinnvolle Strategie – sofern natürlich ein geeigneter Partner gefunden werden kann.

Magna ist im Laufe seiner Unternehmensgeschichte bereits als Partner für Fahrzeughersteller aufgetreten, die eine Expansion in neue Märkte angestrebt haben. Auch in Zukunft ist ein gemeinsamer Sprung in einen neuen Markt möglich – sofern Programmverpflichtungen existieren, die das Kapital und den Zeitaufwand rechtfertigen würden, den der Aufbau eines neuen Werkes erfordert. So ein Fall bringt Vorteile für beide Parteien: Einerseits spart es dem OEM den organisatorischen Aufwand, der mit dem Aufbau einer Produktionslinie verbunden ist. Andererseits kann Magna bereits mit einem Fahrzeugprojekt in petto das neue Werk in Betrieb setzen.

Faktor Nr. 5: Der Partner gibt sich während der Verhandlungen transparent und gewissenhaft

Im Endeffekt wird sich ein guter Partner so viel Zeit nehmen, wie er braucht, um alle Konditionen und Verpflichtungen der Kooperation inklusive Kostenvorgaben während der Vertragsverhandlungen akkurat zu formulieren. Herauszuarbeiten, welche Aufgaben von wem übernommen werden, alle Eventualitäten und Risiken des Projektes zu bewerten, endgültige Meilensteine zu definieren und zu zeigen, wo und warum Kosten anfallen – je umfassender, genauer und transparenter die Kommunikation des Fahrzeug-Fertigungspartners während der kritischen ersten Phasen der Kooperation ist, desto reibungsloser erfolgt der spätere Betrieb.

ZUSAMMENFASSUNG

Fassen wir die wichtigsten Punkte dieses Artikels zusammen:

  • Einen externen Fahrzeug-Fertigungspartner zu engagieren, kann eine schnelle und effiziente Lösung für kurzfristige, unerwartete Marktveränderungen sein. Ein Beispiel wäre der plötzliche Anstieg des Bedarfes an E-Fahrzeugen während der letzten fünf Jahre.

  • Fahrzeug-Fertigungspartner können mehrere Projekte übernehmen, die nicht in die Hauptproduktionslandschaft passen oder die für einen neuen Markt mit unsicheren Erfolgschancen bestimmt sind. Gute Fahrzeug-Fertigungspartner verfügen über drei Eigenschaften:
  1. Sie bieten die gleiche Produktqualität wie der OEM.
  2. Ihre Geschäftsstruktur unterstreicht schnelle und flexible Entscheidungen.
  3. Sie bieten Multi-OEM-Produktionen, um Kosten zu senken.
  • Wenn man einen Partner bewertet, sollte man folgende Faktoren beachten:
  1. Was sagen seine Geschichte und seine Referenzen über seine Kompetenz und Vertrauenswürdigkeit aus?
  2. Bietet er komplette Automotive-Services?
  3. Was vermittelt der erste Eindruck?
  4. Passen die Expansionspläne des Partners zu denen des OEMs?
  5. Umfasst der finale Vertrag alle Aspekte der Kooperation, inklusive einer kompletten Kostenstruktur?

AUSBLICK

Die Welt dreht sich jeden Tag ein wenig schneller – da müssen Fahrzeughersteller sofort nachziehen. Kunden/Kundinnen verlangen nachhaltige und individuelle Fahrerlebnisse in einer Welt, in der Just-in-time-Liefermodelle unsicher und Technologien hoch komplex sind sowie das Personal knapp ist. OEMs müssen ihre Produktionsprozesse straffen, wenn sie mithalten wollen – und sowohl Lohnfertigung wie auch Multi-OEM-Produktionen helfen ihnen dabei. Fahrzeug-Fertigungspartner werden zu einem wichtigen Grundpfeiler bei der Verbindung von Herstellern, Technologien und Produktionen in einem industrieweiten Netzwerk.


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Karl Hartl, Sales Manager Magna Graz

Karl Hartl

Karl Hartl has been Director Sales at Magna Steyr since 2015. He joined Magna in 1998 and held several leading positions in Engineering, Program Management and Sales.

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