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Markt und Industrie im Wandel: Wie ein kompetenter Partner helfen kann, Herausforderungen in der Automobilindustrie zu meistern

Die Automobilindustrie befindet sich in einem rasanten Wandel, getrieben von Trends wie Elektrifizierung und der Reduzierung des CO₂-Fußabdrucks. Produktportfolios müssen neu gedacht werden, und neue Wettbewerber drängen mit innovativen Produkten auf den Markt. Außerdem erfordert die Geschwindigkeit technologischer Innovationen von den Herstellern kürzere Entwicklungszyklen und eine Reduzierung des Produktionsvolumens.

Die Herausforderungen variieren je nach Entwicklungsstand der Unternehmen. Etablierte Hersteller suchen neue Partnerschaften, um Synergien zu schaffen und aktuellen Anforderungen zu begegnen. Andere benötigen verlässliche Partner für die Lokalisierung in Europa, während neue Hersteller Unterstützung beim Aufbau von Fertigungsinfrastruktur brauchen. Dennoch sind folgende Punkte für jeden Fahrzeughersteller essenziell:

  • Time-to-Market verkürzen: Projekte schneller auf den Markt bringen und flexibel auf Kundenbedürfnisse reagieren.
  • Operative Flexibilität steigern: Produktionsprozesse und -strukturen an wechselnde Marktanforderungen anpassen.
  • Investitionen und laufende Kosten senken: Bestehende Infrastruktur, globale Lieferantennetzwerke und bewährte Prozesse nutzen, um Kosten entlang der Wertschöpfungskette zu optimieren.
  • Digitalisierung, KI und Automatisierung vorantreiben: Moderne IT-Systeme, digitale Schnittstellen und Automatisierung einsetzen, um Effizienz, Transparenz und Qualität zu steigern.

Als globaler Nummer 1 Gesamtfahrzeuganbieter bietet Magna umfassende Lösungen entlang der gesamten automobilen Wertschöpfungskette – von Entwicklung und Produktion über Einkauf bis zu Logistik und Qualitätssicherung. Unsere Expertise, Flexibilität und Innovationskraft machen uns zum bevorzugten Partner für etablierte OEMs ebenso wie für neue Player am Markt und Hersteller mit Expansionsplänen. 


Die Zusammenarbeit zwischen Hersteller und Produktionsstandort erfordert Transparenz und klare Kommunikation – sowohl auf fachlicher als auch auf persönlicher Ebene. Dazu gehört die Schaffung effizienter Strukturen und die Einbindung aller für das jeweilige Projekt relevanten Stakeholder. Das Programmmanagement legt somit die Grundlage für neue Projekte, die abteilungsübergreifend organisiert werden.

WARUM EIN FERTIGUNGSPROJEKT PROFESSIONELLES PROGRAMMMANAGEMENT BRAUCHT   

von Claus Breitfuss, Program Manager

Die erfolgreiche Initiierung und Umsetzung eines Serienproduktionsprojekts bei einem Auftragsfertiger erfordert mehr als nur exzellente Fertigungskompetenz. Im Kontext der Automobilproduktion spielt das Programmmanagement eine entscheidende Rolle, indem es die verschiedenen Unternehmensbereiche vernetzt und eine reibungslose Zusammenarbeit aller Beteiligten sicherstellt.

Es gibt verschiedene Gründe, warum ein Automobilhersteller die Fertigung eines bestimmten Fahrzeugprojekts an einen Auftragsfertiger auslagern könnte. In einigen Fällen übernimmt der Hersteller die Rolle des Generalunternehmers und kontrolliert Entwicklung, Lieferkette und Produktion. Alternativ setzen Hersteller auf einen dezentraleren Ansatz und nutzen eine geteilte Produktion, um speziellen Marktanforderungen gerecht zu werden – etwa indem für Märkte mit hoher Nachfrage oder für kurzfristige Produktionsspitzen bestimmte Stückzahlen gefertigt werden. Es kann auch sinnvoll sein, die Auslaufproduktion eines Fahrzeugtyps auszulagern, der weiterhin gefragt ist, aber sich dem Ende seines Produktlebenszyklus nähert.

Nach Beauftragung des Projekts begleiten die zuständigen Programmmanager die Vertragserstellung sowie die technische Umsetzung. Dieser Ansatz bietet dem Kunden und dem Hersteller gleichermaßen den Vorteil eines effizienten Informationsaustauschs und stellt sicher, dass alle Beteiligten die Anforderungen und Ziele des Programms teilen und verfolgen.

Auch die Logistik ist ein zentrales Element des Programmmanagements: Das richtige Gleichgewicht zu finden, um Lagerbestände und gebundenes Kapital zu minimieren und trotzdem bei Lieferkettenstörungen handlungsfähig zu bleiben, ist essenziell.

Magna als Multi-OEM-Serienhersteller kann dabei auf umfangreiche Erfahrung und ein globales Lieferantennetzwerk bauen. Das erleichtert das Programmmanagement, verkürzt die Vorbereitungszeiten, und ermöglicht einen schnelleren Markteintritt sowie die Reduzierung von Einmalkosten.

In bestimmten Fällen kann professionelles Programmmanagement Herstellern neue Kooperationsmöglichkeiten aufzeigen, gleichzeitig das Produkt schützen und die Vertraulichkeit sensibler Informationen sichern. Es kann als neutrale Schnittstelle zwischen Herstellern Synergien fördern.

Insgesamt gibt es zahlreiche Gründe, warum erfahrenes Programmmanagement einen positiven Einfluss auf Erfolg, Ablauf und Qualität eines Fahrzeugprojekts haben kann. Weiterführende Informationen zu diesem Thema finden Sie in unserem ausführlichen Artikel.

Ein Fahrzeug besteht aus zahlreichen Baugruppen und Komponenten. Je nach vereinbartem Wertschöpfungsgrad zwischen Automobilhersteller und Auftragsfertiger werden die meisten Komponenten nicht selbst produziert, sondern extern bezogen. Um eine effiziente, zuverlässige und wirtschaftliche Produktion sicherzustellen, kommt der Beschaffung eine zentrale Rolle zu.

STRATEGISCHER EINKAUF: MEHR ALS NUR DER PREIS   

von Arno Campostrini, Senior Director Purchasing

Ein Auftragsfertiger in der Automobilbranche steht nicht nur im Wettbewerb mit anderen Fertigungsdienstleistern, sondern auch mit den eigenen Werken des Fahrzeugherstellers. Eine Auslagerung erfolgt nur, wenn sie klare Vorteile bietet – etwa wenn externe Produktion wirtschaftlicher ist. Strategien im Einkauf sind dabei entscheidend für die Sicherung dieser Wirtschaftlichkeit.

Neue Projekte bringen oft neue Sourcing-Anforderungen mit sich. Themen wie Nachhaltigkeit und die Reduktion des CO2-Fußabdrucks gewinnen zunehmend an Bedeutung für die Einkaufsentscheidungen. Diese Anforderungen erwarten mittlerweile nicht nur die Fahrzeughersteller, sondern auch die Lieferanten und deren Zulieferer. Zudem erfordern neue Projekte oft Kooperationen mit neuen Lieferantentypen, insbesondere angesichts des Wandels von Verbrennungsmotoren hin zu Elektromobilität.

Einkaufsstrategien werden nicht erst bei der spezifischen Bauteilbeschaffung angewendet, sondern sind bereits im SE-Team („Simultaneous Engineering“ – das sogenannte „Kleeblatt“) integriert. Dieses Team besteht aus Vertretern der Bereiche Engineering, Lieferantenqualitätssicherung, Logistik und Einkauf. Für jede Komponente wird gemeinsam bewertet, ob Redesign und Entwicklung erforderlich sind oder ein Serienbauteil wirtschaftlicher eingesetzt werden kann, wodurch Entwicklungs- und Werkzeugkosten minimiert werden.

Selbst ein Auftragsfertiger mit starker Einkaufsstrategie kann Herausforderungen, die aus globalen, externen Einflüssen wie politischen Faktoren resultieren, nur begrenzt beeinflussen. Dennoch unterzieht die Einkaufsabteilung Preissteigerungen der Lieferanten fundierten Kostenanalysen und Benchmarks, um deren Angemessenheit zu überprüfen.

Für optimale Ergebnisse müssen von Projektbeginn an alle verfügbaren Werkzeuge eingesetzt und der Einkauf über die gesamte Produktionsdauer abgestimmt genutzt werden. Ein attraktives Angebot gegenüber dem Hersteller entsteht immer in Teamarbeit und ist nur möglich, wenn alle Abteilungen eng zusammenarbeiten. Einen ausführlichen Artikel zu diesem Thema finden Sie hier.


Die Lieferkette steht, die Lieferanten sind ausgewählt. Doch um die Qualität des Endprodukts zu sichern, müssen auch die zugelieferten Teile und Komponenten den hohen Standards kontinuierlich entsprechen. Die Voraussetzungen dafür werden bereits in der Projektvorbereitung geschaffen. Die Qualitätssicherung bei Lieferanten muss während der gesamten Projektdauer gewährleistet sein.

VERTRAUEN UND KONTROLLE: LIEFERANTENQUALITÄTSSICHERUNG  

von Karl Mauerhofer, Supplier Quality Assurance (SQA)

Lieferantenqualitätssicherung ist unerlässlich – sowohl in den Werken des Fahrzeugherstellers als auch bei der Automobilproduktion durch einen Auftragsfertiger. Dies ist für die Produktqualität ebenso wichtig wie für die reibungslosen, effizienten Produktionsabläufe. Bei Auftragsfertigung erhöht sich die Komplexität, da mehrere Hersteller und eine Vielzahl von Lieferanten beteiligt sind – die Anforderungen steigen entsprechend.

Die Null-Fehler-Lieferung ist heute ein zentrales Kriterium. Während der Einkauf auf die Auswahl der besten, wirtschaftlichsten Lieferanten – inklusive Logistik- und Umweltaspekten – fokussiert, prüft die SQA, ob der Lieferant die benötigte Menge und Qualität zuverlässig liefern kann. Dazu erfolgt eine Bewertung des Lieferanten zu Projektbeginn. Die SQA spielt auch beim Software-Engineering eine zunehmende Rolle, insbesondere bei Steuergeräten, für die es zwar exakte Spezifikationen, aber weltweit nur wenige Großlieferanten gibt.

Nach Auswahl des Lieferanten arbeitet der Auftragsfertiger eng mit diesem zusammen, um alle Details festzulegen. Im Rahmen der SQA werden die Fertigungsprozesse des Lieferanten detailliert geprüft. Fallweise können dabei Anpassungen an kritischen Bauteilen oder Werkzeugen erforderlich werden – die Umsetzung solcher Änderungen erfolgt jedoch immer in Abstimmung mit der Entwicklungsabteilung. Deshalb ist die SQA von Anfang an ein integraler Bestandteil des Entwicklungsteams.

Probleme treten unter anderem dann auf, wenn Lebensdauer-Tests technische Anpassungen an Komponenten erforderlich machen und Werkzeugänderungen nötig werden. Ein erfahrener Auftragsfertiger ist hier klar im Vorteil, da er Wert auf eine langfristige, enge Partnerschaft legt – nicht nur auf Preisdruck. Wenn ein Lieferant oder dessen Unterlieferant Schwierigkeiten hat, wird gemeinsam vor Ort nach Lösungen gesucht. Offenheit in der Kommunikation ist hier der Schlüssel. Sollten trotz aller Bemühungen Probleme in der Zusammenarbeit bestehen bleiben, ist ein kurzfristiger Lieferantenwechsel zwar noch möglich, aber schwierig, da alternative Systeme/Tools oft fehlen und alle Tests erneut durchgeführt werden müssen.

Neben den zu Projektbeginn festgelegten Spezifikationen müssen die gelieferten Teile auch Dauertests bestehen – z.B. mechanische Belastbarkeit, Montierbarkeit und Umweltresistenz. Während der laufenden Produktion wird jede Komponente beim Einbau automatisch überprüft. Auftretende Mängel werden umgehend gemeldet; die Lieferung wird geprüft, und bei wiederholten Fehlern wird eine Reklamation ausgelöst. Bei bestätigtem Fehler werden Folgelieferungen aussortiert und sämtliche Kosten dem Lieferanten belastet. Wiederholte und eskalierende Probleme führen zu umfangreichen Audits und zu verpflichtenden Verbesserungsmaßnahmen.

Kurz: Die Magna-SQA-Mitarbeiter_innen gewährleisten durchgängig den Qualitätsprozess bei allen Lieferantenkomponenten. Weiterführende Details hierzu finden Sie im vollständigen Artikel.

 

Höchste Qualitätsanforderungen vom Projektbeginn bis zum Serienende erfordern ein umfassendes Qualitätsmanagementsystem, das sämtliche Bereiche der Fertigung abdeckt. Ziel ist nicht nur ein technisch tadelloses Endprodukt, sondern auch ein subjektiver Qualitäts-Eindruck, der die Marktakzeptanz maßgeblich beeinflusst.

KEINE FEHLER ERLAUBT: QUALITÄT IST PLANBAR   

von Christoph Simon, Senior Director Quality Management Europa & Asien

Modernes Qualitätsmanagement ist für jeden erfolgreichen Auftragsfertiger in der Automobilindustrie unerlässlich. Daher ist ein zertifiziertes Qualitätsmanagementsystem für Dienstleister und Zulieferer obligatorisch. Die IATF (International Automotive Taskforce) hat hierzu international anerkannte Standards definiert. Die IATF-16949-Zertifizierung erhält nur, wer ein durchgängiges, alle Geschäftsbereiche umfassendes Qualitätsmanagement nachweisen kann.

Im Mittelpunkt steht dabei die Sicherstellung einer kontinuierlich hohen Endproduktqualität. Für den Auftragsfertiger heißt das, nicht nur die Anforderungen des Auftraggebers während der Fertigung zu erfüllen, sondern auch die Erwartungen des Endkunden hinsichtlich Qualität zu übertreffen. Die Qualitätssicherung beginnt bereits in der Projektphase – lange vor Produktionsstart.

Gemeinsam mit dem Fahrzeughersteller werden zu Projektbeginn alle relevanten Qualitätsstandards und Kriterien abgestimmt. Als Multi-OEM-Hersteller profitiert Magna vom Know-how vieler Hersteller und kann so Best Practices in die eigenen Standards integrieren. Bis zum Serienstart sind alle Absprachen abgeschlossen; dennoch ist ein Änderungsmanagement für spätere Anpassungen erforderlich.

Als „Complete Vehicle Solutions Provider“ mit Entwicklung und Fertigung unter einem Dach profitiert Magna von kurzen Wegen und schnellen Feedback-Schleifen – beispielsweise wird die „Herstellbarkeit“ bereits bei der Produktentwicklung berücksichtigt und Produktionsprozesse risikominimiert gestaltet.

Qualifizierte und gut weitergebildete Mitarbeiter sind dabei neben hoher Fachkräftequote in der Produktion eine zentrale Voraussetzung für robustes Qualitätsmanagement.

Letztlich verändert sich die Wahrnehmung der Endkunden rasch und weicht oft von technischen Standards ab. So gibt es Produkte, die trotz großzügiger Toleranzen erfolgreich sind, während andere höchste „Handwerkskunst“ verlangen. Ungeachtet dieser Veränderungen bleibt die Produktqualität entscheidend für den Markterfolg – insbesondere der subjektiv wahrgenommene Qualitäts-Eindruck. Der Auftragsfertiger kann zwar nicht alles beeinflussen, aber seinen Beitrag zur Kundenzufriedenheit optimal gestalten.

Testverfahren und Methoden müssen für jeden Fahrzeugtyp individuell angepasst werden; die Datenmengen wachsen mit zunehmender Technikkomplexität. Informationen daraus zu gewinnen und zu interpretieren, wird künftig immer wichtiger werden. Ausführliche Details zu Qualität finden Sie in unserem Fachartikel.

 

Nachhaltige Fertigung ist heute ein zentraler Bestandteil der Automobilproduktion und umfasst vielfältige Ziele im Bereich Umwelt- und Sozialverantwortung sowie Unternehmensführung (ESG). In den letzten 20 Jahren entwickelten sich ESG-Aspekte aus Randthemen zu Kernelementen der Unternehmensstrategie, getrieben durch die UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs). Mit dem Fokus auf CO2-Reduktion und effizienteren Ressourceneinsatz sind nachhaltige Prozesse in Produktion und Lieferketten entscheidend für den langfristigen Unternehmenserfolg und Umweltschutz.

GRÜN UND VERANTWORTUNGSVOLL: NACHHALTIGE AUTOHERSTELLUNG  

von Gernot Emmert, Manufacturing Engineering

Der Begriff „Nachhaltigkeit“ wird meist mit einer Verbesserung der Energieeffizienz und der Verringerung von CO2-Emissionen verbunden. Tatsächlich umfasst nachhaltige Automobilproduktion jedoch weit mehr. Die ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) – also Umwelt, Nachhaltigkeit und soziale Aspekte – sind seit rund 20 Jahren zentrale Vorgaben. Die Vereinten Nationen haben seit 2004 entsprechende SDG-Ziele definiert, die heute integraler Bestandteil unternehmerischer Strategien sind. Magna beispielsweise verfolgt sieben von 17 SDGs als Zielsetzung für „grüne Automobilproduktion“:

• SDG 3 (Gesundheit und Wohlergehen): Maßnahmen wie Gesundheitsdienste, Vorsorgeuntersuchungen, Betriebliches Gesundheitsmanagement, Ergonomieprogramme, Burnout-Prävention, flexible Arbeitszeitmodelle und mehr. 

• SDG 4 (Hochwertige Bildung): Fortbildungs- und Ausbildungsprogramme, duale Studiengänge, Kooperationen mit Bildungs- und Forschungseinrichtungen, bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie betriebseigene Kinderbetreuung. 

• SDG 5 (Geschlechtergleichheit) & SDG 10 (Verringerung von Ungleichheiten): Magna setzt einen verbindlichen Mitarbeiter_innen-Kodex um, ergänzt durch regelmäßige Schulungen, marktgerechte Löhne und Chancengleichheit – unabhängig von Geschlecht, Herkunft, Religion oder anderen Merkmalen. 

• SDG 9 (Industrie, Innovation und Infrastruktur), SDG 12 (Nachhaltige Produktion und Konsum) & SDG 13 (Klimaschutz): Diese SDGs beeinflussen Geschäftsethik und Entscheidungen zugunsten nachhaltiger Produktion. Weitere Infos zu den Nachhaltigkeitsmaßnahmen des Unternehmens finden Sie hier.

Heute ist das Hauptziel nachhaltiger Unternehmensführung die Emissionsvermeidung, insbesondere von CO2-Äquivalenten. Die Umstellung auf Ressourceneffizienz ist ein zentrales Thema: Sie reduziert Umweltbelastungen und steigert gleichzeitig die Wirtschaftlichkeit. Ressourceneffizienz muss aber nicht nur in der Produktion selbst, sondern entlang der gesamten Lieferkette umgesetzt werden.

Ein weiter gefasster Blick zeigt, dass eine reine Fokussierung auf CO2  nicht ausreicht. Zahlreiche andere Schadstoffe spielen ebenfalls eine Rolle – sowohl im Fahrzeugbetrieb als auch bei der Komponentenproduktion. Es ist daher sinnvoll, über einzelne Fahrzeuge hinaus zu denken und die Gesamttransformation der Automobiltechnik zu betrachten.

Als Auftragsfertiger handelt Magna stets im Interesse seiner Kunden. Diese profitieren direkt von nachhaltigen Fertigungsprozessen, erfüllen so eigene Umwelt- und Sozialziele, profitieren von verbessertem Energiemanagement und reduzierten Produktionskosten.

 

Die Transformation hin zu dekarbonisierter Mobilität und Produktion wird weiter voranschreiten und bleibt langfristiges Ziel der Branche. Zukünftige Trends und Herausforderungen nachhaltiger Fahrzeugherstellung betrachten wir im ausführlichen Artikel.

 

Ein besonderer Fokus im Rahmen nachhaltiger Automobilproduktion liegt auf der Logistik: Jeder Transport verursacht Emissionen und verbraucht Energie – das gilt sowohl für Zulieferungen („Inbound-Logistik“) als auch für den Versand fertiger Produkte („Outbound“) und interne Transporte innerhalb der Fabrik.

WENIGER IST MEHR: UMWELTFREUNDLICHE LOGISTIK   

von Alfons Dachs-Wiesinger, Logistics Network

Nachhaltigkeit rückt auch in der Automobilproduktion immer mehr in den Mittelpunkt. Werksseitige Maßnahmen zur Reduktion von Fahrzeugebetriebs-Emissionen genügen längst nicht mehr – auch der Produktionsprozess selbst muss klimabewusst gestaltet werden. Dabei spielt nachhaltige Logistik entlang der gesamten Lieferkette eine Schlüsselrolle.

Der CO2-Fußabdruck eines Produkts bzw. einer Person wird üblicherweise in verschiedene Scopes unterteilt:

- Scope 1: Direkte Emissionen durch den Herstellungsprozess selbst (z.B. Energieverbrauch).

- Scope 2: Indirekte Emissionen aus der Energieerzeugung.

- Scope 3: Energieverbrauch vor und nach der Fahrzeugproduktion, also sämtliche Emissionen bei Rohmaterial-, Komponenten- und Produkttransport – inklusive indirektem Energieeinsatz innerhalb und außerhalb der Produktion.

Das nachhaltige Ideal ist ein möglichst transportreduzierter Prozess, bei dem intelligente Lieferplanungen die Anzahl der Transporte minimieren. Unvermeidbare Transporte sollten dann auf CO2-arme bzw. -freie Varianten umgestellt werden – die Kombination aus Straße und Schiene leistet dazu einen wichtigen Beitrag.

Zur Bewertung des gesamten CO2-Impacts setzt Magna auf eine zertifizierte Berechnungsmethode: Über das „integrated Transportation Management System“ (iTMS) werden alle Sendungsdaten und relevante Kenngrößen (Größe/Gewicht, Transportart, Distanz) erfasst und für die Emissionsberechnung genutzt. Die Identifikation weiterer Optimierungspotenziale erfolgt aus diesen Daten – in enger Abstimmung mit den Lieferanten. Die Vorteile eines integrierten Systems sind überzeugend und fördern die Kooperation mit Zulieferern.

Die steigende Komplexität nachhaltiger Logistik ist eine große Herausforderung. Unterschiedliche Strategien für verschiedene Aufgaben und wechselnde Technologien – auch beeinflusst durch politische Rahmenbedingungen und Infrastrukturförderung – machen laufende Bewertungen notwendig.

Digitale Vernetzung wird dabei unverzichtbar, um die Herausforderungen zu meistern – sie sorgt für transparentere und sicherere Logistikprozesse über Unternehmensgrenzen hinweg. Mehr zu nachhaltiger Logistik finden Sie im ausführlichen Artikel.


 

Ohne Kommunikation und globalen Datenaustausch wäre moderne Automobilfertigung genauso undenkbar wie alle anderen Industriebereiche. Bei einem Multi-OEM-Auftragsfertiger entstehen zusätzliche Herausforderungen, die durch eine leistungsfähige IT bewältigt werden müssen.

INDUSTRIE 4.0: DIE ROLLE VON IT IN DER FAHRZEUGPRODUKTION   

von Manfred Ziegler, Global IT

Die Automobilindustrie entwickelt sich rasant Richtung „Software Defined Vehicle“: Fahrzeuge werden zunehmend von Software und digitalen Services geprägt. Magna begegnet dieser Herausforderung mit einer modernen IT-Infrastruktur, die flexible, effiziente Fertigung verschiedenster Fahrzeugmodelle ermöglicht und höchste Standards bei Digitalisierung, Datensicherheit und Automatisierung erfüllt.

Die Vorlaufzeit bis zum Serienbeginn beträgt in der Regel zwei bis drei Jahre ab Auftragseingang. Die IT ist von Anfang an maßgeblich beteiligt: Schon in der Angebotsphase analysiert sie die für das Projekt benötigten Systeme und Prozesse, bewertet vorhandene und erforderliche Strukturen sowie den Grad der IT-Integration. Nur so können exakte Kosten kalkuliert und das Angebot fundiert erstellt werden. IT und ihre Mitarbeiter_innen sind auch bei Aufbau, Start und Optimierung der Serienproduktion unverzichtbar.

Speziell relevant ist der Umfang des Automobilprojekts – also die Steuerungstiefe des Auftragsfertigers. Die IT-Integration startet mit der Schaffung von Schnittstellen zwischen Hersteller und Fertigungspartner. Da in verschiedenen Ländern unterschiedliche Systeme zum Einsatz kommen, hat Magna als führender Dienstleister eigene Verfahren und einzigartige Systeme entwickelt – beispielsweise für die Fertigung verschiedener Fahrzeugtypen auf einer Linie. Das „Manufacturing Execution System“ (MES) steuert und überwacht die Linie und sorgt für laufende Prozessoptimierungen in Zusammenarbeit mit den Kunden.

Trotz aller Optimierungen bleibt kein IT-System völlig fehlerfrei. Mit zunehmender Komplexität steigt die Störungsanfälligkeit; die Sicherung der Produktion hat daher oberste Priorität. Magna-IT-Mitarbeiter_innen aktualisieren Systeme und installieren Sicherheits-Patches überwiegend in produktionsfreien Zeiten. Die Sicherung sensibler Informationen, insbesondere gegenüber Wettbewerbern, ist eine weitere zentrale IT-Aufgabe.

Insgesamt sind die IT-Anforderungen bei einem Auftragsfertiger höher als in den eigenen Werken der Hersteller: Die Fähigkeit, viele Kunden zu bedienen, erfordert mehr Agilität, Flexibilität und Kosteneffizienz. Viele Systemänderungen kann Magna auch noch sehr spät im Prozess einführen – etwas, das OEMs in ihrer Produktion meist nicht leisten können.

Weitere Informationen zu den besonderen Herausforderungen und Lösungen der IT bei Auftragsfertigung finden Sie im ausführlichen Artikel.

 

 

Im sich ständig wandelnden Automobilmarkt ist eine solide Finanzstrategie unerlässlich für eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Fahrzeughersteller und Auftragsfertiger. Angesichts der ständigen Transformation und unsicheren Zukunftsszenarien beginnt die Finanzplanung lange vor dem Produktionsstart und erfordert eine sorgfältige Risikoanalyse.

FINANZIELLE SEITE DER SERIENPRODUKTION   

von Hannes Klement, Senior Director Finance Manufacturing

Eine tragfähige Finanzstrategie ist entscheidend für die effektive Kooperation zwischen Fahrzeughersteller und Auftragsfertiger. Eine konsistente, strukturierte Finanzplanung sowie ein professionelles Risikomanagement bilden die Grundlage für viele Schlüsselentscheidungen – insbesondere angesichts des kontinuierlichen Wandels der Branche und schwer prognostizierbarer Zukunftstrends.

Deshalb beginnt die Finanzplanung bereits weit vor dem eigentlichen Projektstart. Ein Projekt, das Liquidität, Rentabilität und den erfolgreichen Serienstart nicht in Balance bringt, wird nicht umgesetzt. Die Finanzexperten müssen Chancen und Risiken frühzeitig realistisch bewerten; der Finanzbedarf wird über den Projektverlauf hinweg laufend überwacht und angepasst.

Das Magna-Werk in Graz ist Teil eines weltweiten Konzerns. Ausschlaggebend, welche Fertigungsaufträge tatsächlich verwirklicht werden können, ist immer die finanzielle Vorplanung – denn die Ressourcen im Mutterkonzern sind begrenzt. Das Grazer Werk muss nicht nur auf Herstellerseite, sondern auch konzernintern ein positives Votum erhalten – dazu ist eine nachweisliche Profitabilitäts- und Risikobewertung nötig. Hierfür setzen Magna Graz und der Konzern eigene Auswahlstandards für wirtschaftlich tragfähige Projekte ein.

Gerade bei neuen Fahrzeugherstellern, also Marktneulingen als Auftraggeber, ist eine besonders gründliche Chancen- und Risikoanalyse erforderlich – inklusive Prüfung der finanziellen Stabilität des Kunden, Marktpotenzial des Fahrzeugkonzepts und der Vertriebsstrategie.

Doch auch etablierte Hersteller sind vor Absatzrisiken nicht gefeit: Globale oder regionale Krisen, Pandemien, geopolitische Konflikte oder Gesetzesänderungen können die Nachfrage und den Verlauf des Projektes beeinflussen. Der Auftragsfertiger ist dabei ebenfalls betroffen, wenn Produktionsziele nicht realisierbar sind.

Patentrezept für solche Situationen gibt es nicht – viele externe Faktoren entziehen sich der direkten Kontrolle. Es bleibt daher unerlässlich, die Kostenstruktur kontinuierlich zu verbessern und die Wirtschaftlichkeit des Projekts abzusichern. Die Zugehörigkeit zum Konzern ist hier vorteilhaft; durch den Austausch mit anderen Einheiten lassen sich bewährte Kostenoptimierungsansätze für das eigene Werk nutzen.

Mehr zur Finanzplanung und Organisation in der Automobilproduktion erfahren Sie im ausführlichen Online-Artikel.

 

 

Jetzt wird es konkret: Die Anlaufphase der automobilen Serienproduktion ist hochkomplex – viele Bereiche müssen perfekt ineinandergreifen. Geschwindigkeit ist dabei ein entscheidender Erfolgsfaktor: Je schneller die Stückzahlziele und Liefertermine erreicht werden, desto rascher amortisieren sich die Investitionen. Damit die Bereiche des Simultaneous Engineering optimal koordiniert sind und ein steiler Ramp-Up gelingt, braucht es ein professionelles Start-Up-Management.

ERFOLGREICH DEN KURS SETZEN - PRODUKTIONSSTART-MANAGEMENT 

von Manuel Jenkin-Weinrich, Assistant General Manager & Production Manager

Die Startphase entscheidet, ob die Fahrzeugproduktion beim Auftragsfertiger im Automobilbereich effizient, reibungslos und erfolgreich verläuft. Ein erfahrener Partner mit Know-how im Start-Up-Management, komplexer Produktion, Materiallogistik und modernster Werkstechnik sichert höchsten Output und bestmögliche Qualität in kürzester Zeit.

Effektives Start-Up-Management lässt sich mit dem Cockpit eines Flugzeugs vergleichen: Der Pilot erhält aus zahlreichen Anzeigen wichtige Daten und trifft im Notfall blitzschnelle Entscheidungen. Für den Automobilhersteller sind maximal transparente Informations- und Kommunikationstools entscheidend, um rechtzeitig vorbereitete Maßnahmen gegen Lieferverschiebungen auszulösen. Je klarer und durchdachter diese „Cockpits“ sind, desto effizienter kann die Produktion gesteuert und Störungen frühzeitig behoben werden.

Hauptmotiv für die Auslagerung von Fahrzeugproduktion sind oft Nischenprodukte mit geringen Stückzahlen – zum Beispiel Varianten bestehender Modelle, die sich nur schwer in die OEM-Produktionsprozesse integrieren lassen. Diese werden entweder vollständig beim Auftragsfertiger gefertigt oder parallel in „Split Production“. In solchen „First Start-Ups“ übernimmt der Auftragsfertiger auch Entwicklungsaufgaben, von denen alle profitieren, wenn der Partner über eigene Entwicklungsressourcen – wie Magna – verfügt.

Beim „Second Start-Up“ läuft die Produktion deutlich schneller an, da viele Prozesse 1:1 übernommen und in der Lieferkette bestehende Zulieferer weiter genutzt werden können.

Ein weiterer Schlüsselelement für einen erfolgreichen Start ist die technische und personelle Betriebsbereitschaft des Werks – insbesondere hochqualifizierte, gezielt geschulte Mitarbeiter_innen, die mit dem jeweiligen Fahrzeugtyp vertraut sind.

Diese Faktoren müssen vor Serienstart exakt abgestimmt werden. Gutes Start-Up-Management hilft, Schwierigkeiten bei Programmierung und Visualisierung zu vermeiden, sorgt für effiziente Organisation von Prozessen, Schulungen und Produktdetails und nutzt die Chancen der Digitalisierung zur Beschleunigung und Transparenz des Serienstarts. Ausführliche Informationen zum Produktionsstart-Management finden Sie im Artikel.


PARTNERSCHAFT MIT EINEM ERFAHRENEN AUFTRAGSFERTIGER STÄRKT IHRE VISION IM DYNAMISCHEN MARKTUMFELD

Der Automobilmarkt befindet sich im Wandel und Hersteller müssen sich flexibel an neue Rahmenbedingungen anpassen. Um Kundenwünsche zu erfüllen und Nachhaltigkeitsziele zu erreichen, sind innovative Lösungen gefragt. Gerade in diesen herausfordernden Zeiten ist ein erfahrener, etablierter Partner unverzichtbar.

Magna bietet maßgeschneiderte Komplettlösungen für jede Phase Ihres Fahrzeugprojekts, schafft Synergien, verkürzt Entwicklungszeiten und steigert Effizienz. Mit umfassender Erfahrung und globaler Präsenz ist Magna Ihr kompetenter Auftragsfertiger – für traditionelle OEMs wie auch für Neueinsteiger und wachsende Unternehmen. Wir unterstützen Sie zuverlässig in der aktuellen Transformation der Branche.

 

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Erwin Fandl

Erwin Fandl

Erwin Fandl ist seit 2019 Vice President Manufacturing bei Magna Steyr. Nach seinem Eintritt bei Magna im Jahr 1992 war er in verschiedenen leitenden Positionen in der Gesamtfahrzeugfertigung und im Qualitätsmanagement tätig. Er hat einen Abschluss als Diplom-Ingenieur an der Universität Graz.

 

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